Diana  24.07.2018 1 Kommentare

Salar de Uyuni

Was auch immer wir falsches gegessen hatten, in Uyuni litten wir beide ordentlich, inklusive Fieber und Schüttelfrost. Etwa eine Woche saßen wir deshalb dort fest. Immerhin mussten wir nicht wie üblich in eiskalten Zimmern mit der Bettdecke bis zur Nasenspitze, teils auch mit Mütze und Handschuhen die Zeit absitzen, hier gab es eine Heizung!! Ein lange Zeit schmerzlich vermisster Luxus.

Eisenbahnfriedhof

Auf dem Eisenbahnfriedhof von Uyuni rosten seit 1940 etwa 100 ausrangierte Loks und Wagons vor sich hin. Ehemals für den Edelmetalltransport aus den Minen genutzt, befährt heute nurnoch ein Zug am Tag mit ankommenden Touris die Gleise. Nebenbei fanden wir freudig überrascht auch eine kleine Crossstrecke direkt nebenan vor.

Das Salz des Salars korrodiert Metall rapide, deshalb bieten die Autowäschereien den Service einer Schutzimprägnierung mit einer Altöl-Irgendwas-Mischung an. Und auch nach Rückkehr vom Salar muss der erste Weg zum Lavadero führen.

der salar

Der Salar entstand vor 10.000 Jahren durch das Austrocknen eines Sees. Während der Regenzeit sammelt sich eine Wasserschicht auf dem Salz wodurch der Salar zum größten Spiegel der Welt wird. Leider ist gerade dieses Salzwasser Gift für jegliche Fahrzeuge, und permanent durchs Wasser fahren macht auf Dauer wahrscheinlich auch keinen Spaß.
Den Spiegeleffekt hatten wir jetzt im Südhalbkugelwinter nur am Rand, hier steht immer ein wenig Wasser. Danach erwartet einen eine 140km lange und 110km breite perfekt ebene Fläche von strahlendem Weiß.

Erster Stopp war die Insel Incahuasi, die Kakteen hier wachsen nur 1cm pro Jahr, die ältesten wurden schon auf 1200 Jahre geschätzt. Hier tummeln sich alle Touris der Jeeptouren, bezahlen Eintritt für die Insel und verschwinden dann wieder. Deshalb haben wir uns für die Nacht später dann eine andere Insel ein Stück weiter auserkoren, die wir, mit Ausnahme von ein paar Chinchillas, für uns alleine hatten.

Die komplett plane Salzfläche, die am Horizont direkt in das Blau des Himmels übergeht, dient als Kulisse für Fotos mit lustigen Perspektiven. Um Bilder von uns beiden hinzubekommen nutzen wir das Handy als Fernauslöser für die Kamera. Ohne Sonnenbrille ist es schwer, die Augen offen zu halten, durch die Höhensonne und die Reflexion wird es gut warm und auch einen ordentlichen Sonnenbrand haben wir uns während der Fotoaktion eingefangen. Im Kontrast hierzu vergisst man barfuß schnell, dass es Salz ist und kein Eis, auf dem man läuft.

Wenn man sich mitten auf dem Salar befindet, wo rechts und links am Horizont der Himmel direkt auf dem Salz endet hat man Nachts Chancen auf ein besonderes Spektakel. Die Milchstraße reicht dann ebenfalls wie eine Brücke vom Boden in die Höhe und wieder hinunter. Unser Timing war hierfür allerdings nicht gut gewählt, wir hatten einen hellen Mond, die Milchstraße war erst spät in der Nacht sichtbar und stand direkt über unserem Zelt, sprich für ein Foto hätte ich mein Motorrad anschmeißen müssen.

Tunupa

Nächste Station war für uns der Vulkan Tunupa am Rande des Salars. Hier hat eine Präinkakultur in einer Höhle ihre Toten bestattet. An den 3000 Jahre alten Mumien sind noch Reste der Bekleidung erkennbar, teilweise sogar mit Farbmuster.

Von hier aus ging es 130km zurück zur Stadt Uyuni. Den Weg vom Salar runter wählten wir leider nicht so ideal und blieben in muffig stinkendem Morast stecken. Bis wir uns befreit hatten, sahen wir aus wie zwei kleine Ferkel, bis ins Gesicht mit dem schwarzen Matsch bespritzt. Immerhin wusste der Lavadero Abhilfe...

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Ralf |

GROSSARTIGER POST! Mega coole Bilder mit Bierflasche, Moped auf der Hand und Ballerina! und beim letzten Matsch-Video musste ich so mitleiden. Da wirkt der Kärcher glatt wie Erlösung :-D

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