Diana  19.03.2018 1 Kommentare

Torres del Paine

Auf dem Weg von La Esperanza nach Tapi Aike machte der Wind das Fahren schon fast zur Tortur. Unser Spritverbrauch stieg auf 6L, der Kopf wurde einem hin und her gezerrt und manche Böhe drückte einen mit einem Ruck in eine Schräglage, dass mir manches Mal unheimlich wurde. Zumal wir in El Chalten einen Frankfurter getroffen hatten, der entlang des Lago Cochrane zweimal vom Wind während der Fahrt umgeworfen wurde und hieraufhin umgekehrt ist. Einen Kupplungshebel hat uns dieser Tag auch gekostet. Nachdem wir gemeinsam geprüft hatten, dass mein Motorrad mit dem Ständer in einer kleinen Kuhle und somit leicht schräg steht um nicht aufgeschaukelt zu werden und mit der Ständergegenseite in Richtung Wind zeigte, warf der Wind das ganze Mopped einfach über den Ständer drüber in den Schotter...
In Torres del Paine kamen wir sehr spät an, das Kassenhäuschen war nicht mehr besetzt - 60€ Eintritt gespart. Im Dunkeln über kleine Serpentinen der Straße aus komprimierter Erde war allerdings eher ungemütlich. Hinter ein paar Kurven erwartete uns naja wie ein Sandsturm aus Steinchen. In diesen Windschneisen bekamen wir aus dem Nichts Zeugs in der Größenordnug von Rollsplitt ins Gesicht geworfen. Immerhin gab es auf dem einzigen Campingplatz im Nationalpark, in dem man nicht je nach Saison bis zu einem halben Jahr im Voraus reservieren muss, für 30€ die Nacht Überdachungen mit Seitenwänden als Wind- und Wetterschutz fürs Zelt. Am ersten Tag wanderten wir den kurzen Pfad zum Kondoraussichtspunkt - wie zu erwarten waren die Kondore genauso regenmuffelig wie ich, auf dem Rückweg sahen wir wenige aus weiter Ferne. Als das Wetter am Nachmittag besser wurde machten wir noch einen 8km Trek.

Mirador Condor

Der Folgetag begann zwar mit Regen, insgesamt sah der Himmel aber deutlich besser aus, sodass wir die 9km Weg zu den Torres in Angriff nahmen. Noch unten im Tal bot sich uns eine Verfolgungsjagt zwischen einem Lastenpferd und einem weiteren mit Reiter. Wie wir später herausfanden, befindet sich auf halber Strecke nach oben ein Camp mit Mietzelten, in dem sich hungrige Touris für 15€ ein von den Pferden hochgeschlepptes belegtes Brötchen kaufen konnten. Die ersten Kilometer ging es bereits steil bergauf. Nach dem morgendlichem Regenschauer glich der Weg einem kleinen Wasserfall, alles war matschig und voller Pferdemist. Hiernach bogen wir ab in eine Windschneise, wo es ein wenig zu schneien begann. Nach dem Mietzeltcamp führte der Weg eine Weile durch den Wald mit schönen Wasserfällen. Der letzte Kilometer war nicht ganz so steil wie am Fitz Roy, aber der Weg bis dorthin war um einiges anstrengender gewesen. Zudem lag etwa 15cm Schnee. Auf den Wegen war dieser nassgetreten und entsprechend sehr rutschig. Bis auf diejenigen, die Spikes  an den Schuhen hatten, hatten alle ihre Schwirigkeiten. Besonders klug gelöst wurde die Situation von einer Britin, die sich einfach hinsetzte und wie auf einer Rutschbahn den Weg nach unten antrat. 

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Kommentar von Ralf |

Brachial: Ihr werdet euch nie wieder an die langweilige deutsche Landschaft gewöhnen können! Gut, dass du, Diana, diese geile Kamera dabei hast!!!
Aber den Wind braucht ihr nicht mitbringen ;-)

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