Diana  12.03.2018 0 Kommentare

Perito Moreno

Am Vortag haben wir erfahren, dass wir zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Der Gletscher Perito Moreno reicht phasenweise bis an einen Felsvorsprung und unterteilt hierdurch den Lago Argentino. Alle 2-4 Jahre frisst das aufgestaute Wasser des südlichen Teil des Sees einen Tunnel durch das Eis. Dadurch bildet sich eine Eisbrücke, welche im Verlauf kollabiert. Teilweise soll der gletschernahe Teil des Gewölbes einstürzen und hiernach der landnahe Pfeiler mit einem ohrenbetäubenden Knall ins Wasser stürzen. Der ganze Vorgang hat dieses Jahr nur wenige Tage gedauert. Da absehbar war, dass es zu einem großen Besucherandrang kommen wird, sind wir in den frühen Morgenstunden aufgebrochen. Von El Calafate, der nächstgelegenen Stadt in der wir uns einquartiert hatten, sind es etwa 80km bis zum Gletscher. Auf der von Harolds GPS empfohlenen Route , einer kleinen einsame Schotterpiste sichteten wir ein Stinktier, einige Greifvögel und Wildgänseschwärme, sowie 28 Hasen, die vor uns über die Straße flitzten. Am Gletscher angekommen, konnten wir uns einen der letzten Plätze in der ersten Reihe der Aussichtsplattform sichern und hielten dort 8 Stunden, davon die letzten 4 bei leichtem Regen durch. Die Gletscherfront reicht über 70m in die Höhe, was auf den Bildern kaum die Wirkung erreicht wie vor Ort. Auch die abgebrochen Stücke die durch den Wiederhall in der Brücke mit einem Donnergrollen auf das Wasser schlagen kann man auf den Fotos in ihrer Dimension nicht erkennen.

Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung aufzugeben, die Brücke kollabierte 45 Minuten nachdem der Nationalpark geschlossen wurde und alle Besucher, die kilometerlang vor dem Eingang geparkt hatten, verschwunden waren. Nur die zahlreichen Fernsehkameras, für die einige Bereiche der Aussichtsplattform reserviert waren, dokumentierten den Einsturz.

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