Diana  09.05.2018 1 Kommentare

Patagonische Traumlandschaften

Auf Valdes hatten wir ein Plakat des Museums in Trelew gesehen, bei nur 5km Umweg wollten wir es zumindest mal anfahren und dann weitersehen. Wir fanden ein nagelneues Gebäude mit vielversprechendem Foyer vor, sowie eine sehr engagierte Mitarbeiterin an der Kasse, die uns anwies die Motorräder vor den Eingangsbereich umzuparken um einen Blick darauf haben zu können. Mit etwas Englisch, Spanisch, Hand und Fuß gab sie begeistert ihr Wissen zum Museum, den Fundorten und der durch die Plattentektonik isolierten und damit einzigartigen Fauna an uns weiter. Neben wenigen Originalen gab es viele liebevoll präsentierte Repliken von Saurierskeletten zu bewundern, welche in der Region Chubut ausgegraben wurden.

Draußen vor dem Museum saß ein quietschgrüner Vogel, bei dem wir zuerst an einen Außreißer dachten. Allerdings gesellte sich schnell ein ganzer Schwarm dazu, sodass wir doch mal das Internet bemühten - wahrscheinlich Mönchssittiche. 

Ruta Provincial 31

Von Trelew aus nahmen wir die Ruta 25 in Richtung Anden, für die erste Übernachtung allerdings machten wir einen Abstecher auf die Ruta Provincial 31. Bei einem Fotozwischenstopp vor einem Tunnel kamen uns zwei junge deutsche Motorradfahrer (auf Bajaj Motorrädern) und ein Amerikaner auf der Honda XR300 (alle in Peru gekauft) mit strahlenden Augen entgegen. "Ihr müsst unbedingt da runter!!" Klar, deswegen waren wir ja dort - nach Überquerung eines Staudammes ging es über (asphaltierte!!) Serpentinen ins Tal hinab und von dort aus in einen Canyon. Hier fand sich schnell ein hübsches Plätzchen an dem kleinen Fluss mit viel Feuerholz für einen gemütlichen Abend. Bei wolkenfreiem Himmel konnten wir später das beim Wildcampen übliche Himmelsspektakel mit hell leuchtender Milchstraße nebst anderer Galaxien genießen.

Ruta 25

Zurück auf der 25 gabs erstmal wieder die gewohnte eintönige Steppe, bis sich hinter einer Kurve das Panorama vom ersten Foto der folgenden Galerie bot. Auf dem sandigen Boden in ziegelrot und gelb wuchsen neben dem tropfenförmigen Pampasgras kleine grüne Büsche vor einem blau erscheinenden Höhenzug in der Ferne und über der Szenerie schwebte wie gewöhnlich ein einsamer Kondor in der Thermik. Leider hatte ich keine Chance diese Aussicht annähernd so auf das Foto zu bannen. Etwas weiter kamen wir in einen weiteren Canyon, an dessem Ende wir uns wieder einen Platz zum Wildcampen suchten. Ganz unentdeckt blieben wir hier allerdings nicht. Morgens ritt der Besitzer des kilometerweiten Landes von seinen Hunden begleitet an dem Fluss entlang und unterhielt sich etwas mit Harold. Er sehe nach dem Rechten, da sich einige Raubtiere an seinen Herden vergreifen würden. Nach Porridge mit Dosenpfirsich bogen wir am nächsten Morgen ab auf die unasphaltierte Ruta Provincial 12.

Ruta 12

Gegen Mittag kündigte sich aus der Ferne Unwetter an. Noch bevor wir unsere Regenklamotten an hatten wurden wir kräftig geduscht und entschieden uns ein paar Meter zurückzufahren, um in einer Höhle in einer Felswand das Gröbste abzuwarten. Als wir wieder aufsattelten bemerkten wir, dass wir beobachten wurden - oben saß eine Art Rieseneichhörnchen mit buschigem Schwanz und musterte uns skeptisch. Runter von der Straße und weiter durch losen tiefen Sand fanden wir später unter einem Baum ein Plätzchen für unser Räuberlager am Rio Chubut. 

An den Piedra Parada (Rumstehstein) grenzt der etwa 6km lange Canyon La Buitrera, Zielort vieler Kletterer. Vor dem Eingang des Canyons fand sich ein ganzes Lager wildcampender Sportler, wo auch wir unser Zelt dazustellten. Bei unserer Erkundungstour am nächsten Tag hingen sie in den Wänden. Im Vulkanstein finden sich durch die ehemaligen Luftblasen Wabenmuster, die super Griffe abgeben.

Nach inzwischen 5 Tagen ohne Dusche, freuten wir uns auf Esquel, der ersten Ortschaft mit Unterkünften. Eigentlich lagen wir gut ind der Zeit, insbesondere da etwa 20km früher als erwartet die Straße wieder asphaltiert war. Hier machten wir einen Stop um den Reifendruck anzupassen - allerdings bemerkten wir dabei, dass Harolds Vorderreifen wohl Luft verloren hatte und wollten den Schlauch wechseln. Der heavy duty Ersatzschlauch verklemmte sich und auch die Reifeneisen fabrizierten mehr als ein Loch. Wie wir im Nachhinein herausfanden wurde uns die falsche Größe verkauft... Eingie Reparaturflicken später beschlossen wir den urspünglichen Schlauch auf Löcher zu überprüfen, fanden aber keine. Auch den Druck schien er zu halten. Also den schnell wieder eingebaut, schließlich wurde es bereits dunkel und kalt. In Esquel angekommen fanden wir schnell eine Cabanja zum Aufwärmen, in diesem Fall eine hübsche Holzhütte mit Blick auf Bergpanorama.

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Kommentar von Ralf |

Whao, großes Update! Die schwarze Witwe ist ja auf der Kletterroute eine lustige Abwechslung...
Wunderschöne Bilder wieder! Insbesondere von den Sternen...
Hoffe euch geht's gut

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