Harold  02.02.2018 3 Kommentare

Die Motorräder

Helmaufkleber beim Kauf mitbekommen

Nachdem wir von den positiven Erfahrungen von Joana und Joshua auf www.wetzlospanamericana.de auf die Honda XR190L aufmerksam geworden sind, interessierten wir uns sehr für dieses Modell.
Was sind die positiven Eigenschaften?
- Eine kleine Honda ist fast schon der sprichwörtliche Innbegriff von solide und seit Jahrzenhnten reisen Leute auf solchen um die Welt.
- Die Verarbeitung scheint sehr ordentlich und stabil zu sein. Stahl-rahmen, -felgen, etc... (Die Lackierung des Rahmen könnte minimal besser sein aber das ist Jammern auf hohem Niveau...)
- Der Motor liefert aus 190 Kubik etwa 17 Pferdestärken, was jetzt nicht die Butter vom Brot zieht aber bei einem Gewicht von etwa 140kg vollgetankt ausreichend ist. Angenehme Landstraßengeschwindigkeit von 70/80 und Autobahn 90/100 sind im fünften Gang drin (Vmax bergab mit Rückenwind 120). Manchmal hätte man schon gerne ein bisschen mehr Power, aber: Langsam kommt an! Und bei meiner Streckenplanung versuche ich eh so wenig Autobahn und so viel Kurven bzw "interessante" Straßen wie möglich einzubauen...
- Mit einem bisschen Übung kann aber auch Diana als Offroad Anfängerin durch Staub, Schotter und Sand fahren...
- Was diese Modell gegenüber vielen anderen hier angebotenen herausstechen lässt, ist, dass es über eine Benzineinspritzung und keinen Vergaser verfügt. Das sollte insgesamt für eine höhere Zuverlässigkeit, einen niedrigeren Verbrauch und eine geringeren Leistungsverlust bei den kommenden Andenüberquerungen führen.
- Preislich liegt sie bei etwa 2650 Euros, so dass wir für zwei XR190 unwesentlich mehr als für eine CRF 250 bezahlt haben. Diese wäre definitiv das geilere Motorrad, hätte aber deutlich mehr Modifikationen benötigt um für eine Langzeitreise tauglich zu werden (geringere Reichweite, höherer Sitz). Wenn wir in Deutschland gestartet wären, wäre die CRF definitiv eine Überlegung wert gewesen.
- Starten lassen sie sich bequem per "Mädchenknopf" (E-Starter) oder auch standesgemäß per butterweichem Kickstarter...
- Der Tank (Stahl) hat 12 Liter Fassungsvermögen, was selbst bei durch mega viel Gepäck und Drehzahlorgien provoziertem Höchstverbrauch von knapp unter 3 Litern auf der Autobahn für eine ordentliche Reichweite sorgt. Für Patagonien wird halt noch eine 6Liter Wasserflasche als Spritkannister missbraucht. Per Spanngurt lassen die sich gut auf der Beifahrerfussraste befestigen.
 
- Die Räder sind 19 90/90 ( vorn)und 17 110/90 (hinten) womit ich einen guten Straßen/Offroad Kompromiss verbinde. 21/18 wären mir wegen der besseren Verfügbarkeit lieber gewesen, aber mal abwarten...
- Unter den abnehmbaren Gummiauflagen verstecken sich schöne gezahnte Enduro Fussrasten.
 
was gefällt mir nicht so:
- Die Sitzhöhe liegt bei angenehmen 85cm, so dass ein sicherer Stand gewährleistet ist. Allerdings ist die Sitzbank endurotypisch eher hart, so dass wir hier noch Abhilfe schaffen müssen (ich sehe schon ein patagonisches Schafffell am Horizont auftauchen...)
- Die Tankanzeige ist so semi gut. Die ersten 100 km zeigt sie voll an, dann geht sie die nächsten 150 runter und bei tiefrotem "E" sind locker noch 3 Liter drin. So muss man halt hin und wieder mal auf den Tageskilometerzähler gucken...

Gepäck-Hitzeschutz erster Versuch

Von Zuhause mitgebrachtes Hitzeschutzband bis zu 4 lagig und darüber zur Befestigung selbstklebendes Aluband. War leider nicht ausreichend, so dass eine Tasche rückseitig angeschmolzen ist.

Gepäck-Hitzeschutz zweiter Versuch

Dank der gut gefüllten Werkzeugkiste unseres Hostelgastgebers in Valparaiso konnten wir ein Aluprofil zusägen und mit Schlauchschellen auf dem Endtopf befestigen. Erwärmt sich immer noch leicht, verschmort aber nicht mehr die Taschen. Bei der Gelegenheit bastelten wir noch ein Werkzeug- und ein Ersatzteilrohr aus PET-Abflussrohr aus dem chilenischen Baumarkt. Sorgt als Nebeneffekt für einen gleichmässigeren Abstand der Gepäcktasche auf der "Nichtauspuffseite".

In der Ersatzteilerolle befinden sich inzwischen:

2 Brems und Kupplungshebel
Ein Ersatzschlauch fürs Vorderrad (faltet sich im Notfall auch in den Hinterreifen)
Schlauchflickset
Bowdenzug für Bremse bzw Kupplung (klar, Schalten lässt sich auch ohne Kuppeln und es gibt ja auch noch ne Hinterradbremse aber sicher ist sicher)
Nen Liter Öl holen wir uns noch vor Patagonien (der Motor kommt tatsächlich mit nur einem Liter pro Wechsel aus!)
Ölfilter gibts keinen, sondern nur ein Sieb was wohl beim Wechsel mitgereinigt wird

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Kommentar von Christian |

Sehr feine Mopeds, klein und leicht.
Das bringt mich auf Ideen; Grüße aus Frankfurt
Christian und Tamica

Kommentar von Ralf |

Ach, das macht doch Laune die ganzen improvisierten Bastelleien zu verfolgen. Alles probieren, ohne das man sich über den TÜV sorgen müsste :-D
@Christian und Tamica: Euch hatten wir doch mal in Bockenheim vorm Rewe getroffen, oder?

Kommentar von Christian |

@Ralf:
Keine Ahnung ;-)
Wann war das?

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