Diana  31.01.2018 0 Kommentare

Santiago Touritour

  

Wir haben an einer Tour teilgenommen, die uns zu Spots führte, die seltener von Touristen besucht werden und die einem das Leben Santiagos zeigen sollte. Nicht bewusst war uns bisher, dass es in Chile die heftigsten Erdbeben gibt. Etwa alle 10 Jahre ein großes Beben, zuletzt 2010, aber auch kleine sind häufig. Von Seiten der Behörden gelten erst Erschütterungen ab 7 auf der Richter-Skala als Erdbeben. Passend dazu gibt es eine Art Cocktail, ebenfalls mit dem Namen terra moto (Erdbeben). Dieser besteht aus einer Kugel Ananaseis in ungefiltertem Weißwein mit Grenadine. Wenn man das Ganze dann rührt wirds rosa, wenn mans trinkt wirds flau im Kopf...
 
Der Name unseres Hostels „La Chimba” bezeichnete früher die unerwünschte Hälfte der Stadt, welche durch den Fluss von der eigentlichen Stadt abgegrenzt war und bedeutet wörtlich „die andere Seite”.
Hier fanden sich das Gefängnis, Irrenanstallt, Bordelle und die Märkte. Auf den Märkten gibt es auch die Möglichkeit Essen zu gehen. Vom Schichtgericht Pastel de Choclo, unten salzig, dann Maisbrei, oben karamellisierter Zucker blieb auch ein wenig Hühnchen für eine der Streuner-Katzen übrig.
 

Der Zentralfriedhof ist riesig, uns wurde gesagt 120 Fußballfelder. Teilweise finden sich riesige Mausoleen, teilweise diese Grabfächer in die ein Sarg hineingestellt wird und nach 5 Jahren die Gebeine in den hinteren Abschnitt umgebettet werden und in dem vorderen Abschnitt des Faches ein neuer Sarg beerdigt werden kann. Dem Friedhof stehen die Menschen anders gegenüber als bei uns. Man kann dort Snacks und Getränke an Straßenständen kaufen, sich zu Dates verabreden oder gemeinsam mit den Verstorbenen feiern. Besonders bekannt ist das Grab eines kleinen Jungen dessen Eltern jedes Jahr Einladungskarten zu seinem Geburtstag in die anderen Kindergräber stellen. Auch ein Teil der Weihnachtdekoration war noch da. Das Friedhofspersonal dekoriert insbesondere den Kinderbereich sehr festlich mit Girlanden und Christbäumen, damit die Kinder dort ein schönes Weihnachtsfest feiern können.

Nach einem unglaublich leckeren Champignon-Veggiburger in der Lemmy Bar verschlug es uns in ein Restaurant eines Transvestiten, die die ausgemusterte Heiligenbilder und Engel aus der Oper aufgekauft hatte und den Laden damit dekoriert hatte. An der Wand begegneten uns hier wieder die Grabfächer, auch die Dessertdeko sieht erstmal nach Halloween aus. 

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