Diana  03.04.2018 1 Kommentare

Lago Fagnano

Ursprünglich hatten wir geplant am Lago Blanco zu campen, hatten aber vorher ein schönes Plätzchen am Rio Grande für uns entdeckt. Als wir nachts ins Vorzelt leuchteten, glitzerten die Zeltwände, alles eingefroren. Auch der Abwasch, den wir auf den Morgen verschoben hatten wurde durch eine zentimeterdicke Eisschicht in unserer Spülschüssel erschwert.
 
Auf Anraten mehrerer anderer Reisender machten wir am nächsten Tag einen Abstecher zum Lago Fagnano. Vorab hätte man sich an der Polizeistation registrieren können, damit nach einem gesucht wird, falls man nicht mehr auftaucht. Wir dachten allerdings die Registrierung bezieht sich auf den Pass den man nach Argentinien nimmt und sind entsprechend ohne abgebogen. Seit wir aus unserem Zelt am Rio Grande gekrochen sind, bis zum Ende der Straße, waren fast 4h Guanacos die einzigen anderen Verkehrsteilnehmer. Erst kurz bevor wir nicht mehr weiter fahren konnten, begegneten uns einige Baustellenfahrzeuge, deren Fahrer uns fröhlich grüßten. Aktuell ist hier Ende, weiter südlich kann man in Chile nicht fahren. Die Straße wird allerdings Stück um Stück verlängert.
 

Da wir ungeplant lange für den Hinweg gebraucht hatten und nicht im Dunkeln unterwegs sein wollten, verschoben wir den Rückweg auf den nächsten Tag und suchten uns einen Schlafplatz vor Ort. An einem Traumstrand direkt am See wurden wir fündig und es blieb noch genug Zeit für Harold zum Angeln - mit Erfolg. Vom nahe gelegenen Fluss kam er mit Soziusfisch zurück. Von den 4 Filets, die er aus dem Lachs schnitt, schaffte er nur 3, das Vierte sowie seine Salami wurden nachts stibitzt. Die frischen Fußspuren reichten bis fast an unser Zelt, wer genau der Dieb war, wissen wir nicht. Fuchs? Kleiner Puma? Kennt sich wer aus?

Auf dem Paso Bellavista hatten wir das erste mal Schwierigkeiten mit dem Grenzübertritt. Zusätzlich zu dem Papierstapel den wir bereits mit uns mitschleppen fehlt wohl noch eine notariell beglaubigte Absichtserklärung, die Motorräder innerhalb eines halben Jahres nach Chile wiedereinzuführen und der „richtige“ Zulassungsbrief. Mit dem Hinweis, dass wir doch nur nach Ushuaia wollten, drückte der Grenzbeamte nochmal ein Auge zu und lies uns ausreißen. 

Nach den Nächten im Zelt war eine Dusche notwendig. In Rio Grade suchten wir uns eine günstige Unterkunft, die wir online fanden und landeten in einem riesigen Apartment mit Holzfeuer über der Werkstadt eines lokalen Enduroteams. Beim Anblick meines Motorrades wurden mir direkt übrige Spiegel angeboten.

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Kommentar von Ralf |

Was für ein Fisch und was für eine Landschaft! Ganz großes Kino!
und gut, dass ihr bei der Straßensprenung nicht weitergefahren seid...

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