Diana  07.04.2018 0 Kommentare

entlang der Ruta 3

Was haben wir uns da angetan - nachdem wir dachten den patagonischen Wind auf der Ruta 40 erlebt zu haben (hier genießt man noch den Windschatten der Anden) gings an der Küste dann erst richtig zur Sache. Anhalten ist für mich keine Option mehr, wenn ich stehenbleibe falle ich samt Moped um. Bis wir die Kiste im Schotterstreifen neben der Straße gegen die Kraft des Windes wieder hochgedrückt haben, fährt ein LKW vorbei und ich fall fast in die andere Richtung... DIe Guanacos interessieren sich hier kaum noch für einen, bleiben einfach neben der Straße stehen oder sogar liegen. Um einen Nandu mussten wir mal drumrumfahren, weil der störrisch unsere Fahrspur blockiert hatte - das erklärt wiederrum die vielzähligen großen Flecken auf der Straße ...

Da wir verpasst hatten ausreichend Trinkwasser mitzunehmen und die nächste Einkaufsmöglichkeit noch 2 Tage entfernt lag, fuhren wir zu einer der Estancias. Dort in der Türe stand bereits Reina, die uns direkt zu Kaffee und frisch gebackenem Brot verpflichtete. Von ihr haben wir den Tipp bekommen, in Caleta Olivia an den Strand zu gehen, wenn wir Seelöwen aus der Nähe sehen wollten. Nach einem herzlichen Abschied ging es für uns weiter. Unser Lager aufgeschlagen haben wir unweit der Straße in einer einigermaßen windgeschützen Senke. Mit einem Liter warmen Tee im Bauch kuschelten wir uns ins Zelt, wo Harold aus dem Reiseführer vorlas, dass man sich im nahegelegenen Nationalpark zwischen 19 und 6 Uhr nicht draußen aufhalten solle - wegen der Pumas.... Super Kombi, insbesondere da hinter unserem Zelt ein Guanacofriedhof zu befinden schien über den wir uns schon gewundert hatten.

Ein kurzer Abstecher zum wild Campen führte uns auf die Küstenstraße bei St Julian. Die erste Hälfte der Nacht hat uns hier der Wind wach gehalten. Da half es auch nicht, dass das Zelt mit möglichst viel Gepäck beschwert war, sodass für uns kaum noch Platz blieb. Selbst mit Oropax war es zum Schlafen zu laut. Später wurde ich von einem eindeutigen Knuspern wach.... Nachdem Harold mir erst nicht glauben wollte, dass ich als Landei ganz genau weis wie sich eine Maus anhört, guckte ihn aus seinem Stiefel die Gewissheit an...

Die leere Verpackung unserer Tomatensoße hatte sie wohl angelockt und weil es im Vorzelt schon mal so schön war, wollte sie auch nicht mehr weg. Nachdem akustische Verscheuchversuche gescheitert waren kickte Harold Kies nach dem pummeligen Mäuschen, die nur unwillig Meter um Meter zurückwich - und nach kürzester Zeit wieder im Vorzelt war. Auch die Apfelbutzen, die wir aus unserem Innenzelt etwa 10m von uns weg deponierten brachten keine Ruhe. Sogar eine Motorradseitentaschen hatte am nächsten Morgen Löcher. Immerhin, an unsere Lebensmittel ist sie nicht drangekommen, so dass Harold den Schokoladenindex initiierte: halbe Tafel zum Frühstück - ergo die Nacht war wohl furchtbar.

 

Nationalpark Bosques Petrifikados

30km nach der Abzweigung von der Ruta 3 gibt es einen Campingplatz, den wir anfuhren, da Wildcampen im Nationalpark nicht erlaubt ist. Vorgefunden haben wir den Campingplatz ausgestorben, dem Assel-Friedhof mit Staubschicht auf den Waschbecken zu Folge wohl auch schon länger so. Lediglich von einem Hund wurden wir herzlich begrüßt und belagert. Immerhin kaltes Wasser kam aus dem Tank auf dem Dach und in der Gemeinschaftsküche gab es Gas für den Herd. Nachdem wir das Zelt aufgestellt hatten bemerkten wir auch noch einige andere putzige kleine Nachbarn - Mini-Meerschweinchen :-) 

Morgends gings dann nochmal 20km weiter in den Nationalpark. Die Fahrt war fast eindrucksvoller als die eigentliche Attraktion - 150 Millionen Jahre altes, versteinertes Holz. Der Wald aus Proaurocaria-Bäumen, welche zu Zeiten von T-Rex und Co hier standen, wurde bei einem Vulkanausbruch von Asche bedeckt und mineralisierte. Wider Erwarten fanden wir nicht nur ein paar dieser Fossilien vor, sondern die gesamte Fläche war von fosilen Holzsplittern bedeckt, selbst der Weg auf dem man läuft bestand daraus.

Vom Ranger wurden wir darauf hingewiesen, dass Rucksäcke auf dem etwa 2km Rundweg nicht erlaubt sind. Wir haben uns etwas gewundert und die Flasche Wasser und die Kamera dann eben so getragen. Vermutlich gibt es diese Regelung aufgrund von Touris, die sich gerne ein Andenken einpacken... oder aufgrund von Einheimischen, die gleich nen ganzen Baum sowie Spitter für die Fassadendekoration mitgehen lassen.

Kräftemäßig gut mitgenommen fanden wir einigermaßen Windschutz in einer Einbuchtung eines Hügels. Dort trauten wir uns die Motorräder abzustellen und zu warten, da weiterfahren uns in dem Moment zu gefährlich schien. Essenstechnisch hatten wir noch ein Stück Käse und eine große Zwiebel im Gepäck, die wir dann mehr aus Langeweile als aus Hunger gefuttert haben. Dass wir an diesem Abend unser Zimmer nicht für uns allein haben würden wussten wir ja noch nicht. Nachdem wir guter Hoffnung weitergefahren sind wurden wir direkt von einer Böe, die sich bereits durch eine auf uns zurasende Staubwolke angekündigt hatte, alle beide von der Straße runter gepustet. Eigentlich wollten wir an dem Tag bis Caleta Olivia fahren, saßen dann aber resignierend an der Tankstelle in Fitz Roy, da im Hostel keiner die Tür geöffnet hatte. Dort trafen wir auf Pawel, der ebensfalls vom Wind gebeutelt war. Er hatte einen leeren Autotransporter überholt und hoffte jetzt diesen an der Tankstelle abpassen zu können, um mitsamt seinem Motorrad zu trampen. Zu dritt haben wir uns dann ein Zimmer geteilt und die erste Dusche seit 4 Tagen genossen. 

In Comodoro Rivadavia haben wir Pawel wiedergetroffen und uns gemeinsam auf die Suche nach neuen Hinterreifen gemacht. Gründonnerstag Nachmittag keine leichte Aufgabe. Nach einigen verschlossenen Türen wurden wir doch noch fündig.

Tja, und was passiert, wenn man als Frau in einem argentinischen Motorradladen nach einem Spiegel fragt? Man wird von den Ersatzteilen in die Bekleidungsabteilung geführt und vor einen Spiegel gestellt .... ja hm, is bestimmt ausreichend groß für die ABE, aber Einparken wird mit dem Ding am Mopped echt schwierig...

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Einen neuen Kommentar schreiben